Vor einigen Wochen hatte ich das Glück, die Zeit und Geduld unserer Freundin Isabella in Anspruch nehmen zu dürfen und mal ein wenig herumzuexperimentieren. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen ist mir auf YouTube und Instagram immer mal wieder eine bestimmte Belichtungstechnik untergekommen, das Rembrandtlicht oder #rembrandtlighting, die ich schließlich auch einmal ausprobieren wollte.

Was ist Rembrandtlicht?

Im Prinzip ist es ganz einfach. Es geht um ein kleines Dreieck aus Licht unter dem, vom Hauptlicht abgewandten, Auge. Offensichtlich war diese Belichtungstechnik eine Spezialität von Rembrandt van Rijn, weshalb diese heute mit seinem Namen verknüpft wird.

Meine Überlegung

Nach ein bisschen Recherche auf Google über die Portraits von Rembrandt, wollte ich mein Portrait wiefolgt aussehen lassen: Es musste auf jeden Fall dunkel werden. Außerdem ist mir in vielen Portraits ein leichter Grünstich aufgefallen. Das kann zwar daran liegen, dass die Bilder mit einem schlechten Weißabgleich fotografiert wurden, aber für mich passte das ins Setting. Rembrandt ist im 30 jährigen Krieg aufgewachsen, war zeitweise Spion für die spanische Königin und von Tod und Pest umgeben. Dunkle schwere Farben schienen mir also zu passen.

Die Umsetzung des Rembrandtlichts

Rembrandtlicht Lichtaufbau

Um Isabellas Geduld nicht gar zu sehr auf die Probe zu stellen, habe ich sie einfach auf’s Bett gesetzt. Hinter ihr habe ich einen schwarzen Hintergrund aufgespannt und so viel sekundäre Lichtquellen ausgeschalten wie nur möglich. Fenster zu, Licht aus, passt.

Eine 70x70cm Softbox mit einem Aufsteckblitz bildet das Hauptlicht. Bei der Softbox habe ich den großen Diffusor offen gelassen, um das Licht nicht allzu weich werden zu lassen. Schattenränder sollten ja schon noch erkennbar bleiben. Das Ganze war ungefähr 1m von Isabella entfernt. Hinter mir und ihr genau gegenüber war einfach eine weiße Wand, die als „Reflektor“ diente, ebenfalls ca. 1m entfernt.

Das Hauptlicht war etwas höher angebracht als Isabellas Gesicht. Und stand ca. im 35-45° Winkel zu ihr. Das ist auch der kniffeligste Teil.

Wenn ihr die ungefähre Position des Lichts gefunden habt, lasst das Stativ stehen wo es ist und dreht lieber euer Modell in die perfekte Position.

Die Bearbeitung

Nur noch ganz kurz zum Schluss. Die Nachbearbeitung erfolgte zum größten Teil in Lightroom. Mit der Gradiationskurve und dem HSL Slider habe ich die Farbgebung angepasst, den Hintergrund ordentlich verdunkelt, dass war’s.

Ich hoffe ich konnte euch wieder einen interessanten Einblick gewähren und freue mich auf eure Fragen und euer Feedback. =)