Brenizer Methode

Ich habe mal wieder die Zeit und den Ort gefunden etwas auszuprobieren. Das Ergebnis ist zwar nicht der Gipfel der Kunst, schon allein weil einige Bildelemente, welche für diese Methode erforderlich sind, nicht vorhanden waren, dennoch möchte ich euch kurz erklären worum es sich bei diesem Versuch handelt. Ich habe versucht in diesem Bild die sog. Brenizer Methode nachzustellen, benannt nach dem amerikanischen Fotografen Ryan Brenizer. Ziel der Übung ist es mit einer größeren Brennweite (bei mir waren es 50mm) und einer ziemlich weit geöffneten Blende (bei mir f1.8) ein Bild, mit sehr weichen und flüssig verlaufenden Kontrasten zwischen Fokuspunkt, Hintergrund und Vordergrund, zu erstellen. Soll heißen, der Fokuspunkt ist scharf und Hinter-, sowie Vordergrund verschwimmen in einem sehr weichen Bokeh. Das erreicht man in dem man sich sehr nahe vor das Objekt seiner Begierde stellt, einen Fokus festlegt (bei mir die Mitte der Waage) und dann anfängt, dass Objekt und die Umgegend schneckenförmig abzufotografieren.

Tipp: Nutzt den M-Modus eurer Kamera und helft ihr mit einer geeigneten Lampe (Handy, Taschenlampe etc.) beim fokussieren. Außerdem ist es zu empfehlen das ihr den Autofokus, wenn eure Kamera einmal richtig fokussiert hat, abschaltet. Bei Nikkor Objektiven würde das heißen, von M/A auf A schalten.

In meinem Fall waren es 29 Bilder. Diese werden dann in einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm zusammengefügt und man erhält, trotz der hohen Brennweite und des geringen Abstands zum Objekt, ein bokehlastiges Pseudopanoramafoto.

Tipp: Wenn ihr im RAW-Format aufnehmt, konvertiert die Bilder vor dem zusammenfügen ins jpeg-Format und macht sie etwas kleiner. Das spart Zeit und Speicher. Das zusammengefügte Bild wird durch den Prozess eh wieder größer.

Das schöne an dieser Methode ist, dass eine Blende von f1.8 oder weniger nicht unbedingt erforderlich ist, es funktioniert genauso mit größeren Blendstufen. Ryan Brenizer hat diese Methode derart verfeinert, dass es ihm gelingt damit einzigartige Portraitaufnahmen zu machen, daher hoffe ich, dass auch ich vielleicht einmal Gelegenheit dazu bekomme.

Auf meiner Facebookseite findet ihr noch eine S/W Version des Bildes. Dort könnt ihr auch eure Fragen stellen, die ihr vielleicht noch zu dieser Vorgehensweise habt.