Erstes Portraitshooting – Zusammenfassung und Entschuldigung

Light My SunDas nun mehr zehnte Bild hat die Post-Production durchlaufen und ich komme zu dem Schluss, dass ich euch nicht die versprochenen 18 Bilder liefern kann, wofür ich mich hiermit reumütigst entschuldige. Dennoch möchte ich mit euch und allen Interessierten meine Erfahrungen aus dem ersten Shooting und den darauffolgenden Prozessen teilen, um vielleicht anderen Einsteigern einen kleinen Leitfaden an die Hand zu geben. Hier geht’s zur nun kompletten Serie: 500px

Warum sind es also nur zehn statt achtzehn Bilder geworden?
  • In erster Linie ging es mir um den Respekt gegenüber meines Models. Natürlich habe ich noch genügend Bildmaterial um 18, 30 oder 80 auszuarbeiten, aber man muss sich die Frage stellen, ob diese Bilder es überhaupt noch wert sind der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Haben sie die gleiche Qualität wie die ersten fünfn oder zehn Aufnahmen? Denn je geringer die Qualität eines Bildes ist, erst recht wenn man selbst an dieser zweifelt, desto größer ist die Gefahr, dass irgendwelche unvernünftigen Leute nicht nur die eigene Arbeit kritisieren (was ja eigentlich erwünscht ist), sondern sich vielleicht soweit vergessen, dass sie auch die abgebildete Person unwirsch angehen. Ich für meinen Teil bin meinem Model äußerst dankbar dafür, dass sie mir dieses erste Shooting ermöglicht hat und möchte sie nicht diffarmiert sehen, nur weil ich irgendeine Quote erfüllen wollte.
  • Desweiteren hatten wir ein paar Outfits zuwenig dabei und der Wind ging leider so unangenehm über den Berg das permanentes Umziehen nicht gesund gewesen wäre.
  • Dieses Shooting ging ca. 1.5h, was für die Anzahl Klamotten die wir dabei hatten und die Menge Fotos die wir gemacht haben ausreichend, vielleicht zu ausreichend, gewesen ist; mehr Zeit und der Wechsel der Location sollten aber die Zahl der vorführbaren Ergebnisse deutlich erhöhen.
  • Seid nett zu eurem Model! Habt etwas zum sitzen für sie dabei und notfalls etwas warmes zu trinken. Wasser und Multisaft waren nicht besonders behaglich. -_-
Was hab ich in der Post-Production gelernt?
  • Zu allererst, dass es verdammt viel Zeit kostet knapp 500 Bilder zu sichten, zu sortieren und eine erste Auswahl der Favoriten zu erstellen. Wer im Besitz von Adobe Bridge ist, sollte für diesen Prozess auf jeden Fall die Beschriftungsfunktion dieses Programms nutzen. Außerdem werden sich die Präferenzen, vom Einen zum Anderen Bild noch einige male ändern.
  • Ich habe eine interessante Alternative zum bekannten Dodge & Burn Verfahren für das Herstellen von Kontrasten entdeckt. Dazu werde ich noch ein kleines Videotutorial machen.
  • Achtet immer darauf das ihr aus einer sicheren und standfesten Position fotografiert, selbst winzige Wackler können das hübscheste Bilder ruinieren, auch wenn ihr Verschlusszeiten von 1/80sek wählt!
  • f2,8 – f4.0 sind absolut ausreichend, alles darunter ist für den Einsteiger nicht zu empfehlen, da der Tiefenschärfe- / Schärfentiefebereich nicht mehr eindeutig abzuschätzen ist.
  • Achtet bei Bildern wie DIESEM darauf, dass es in der Fotografie etwas gibt, dass sich Vektorisierung nennt. Soll heißen, die Blickrichtung gibt in diesem Fall vor, wo Platz im Bild gelassen werden muss und wo nicht. Hier hätte ich den Großteil der Landschaft vor dem Model darstellen müssen und nicht hinter ihr….nichtsdestotrotz halte ich es dennoch für ein sehr hübsches Bild.
  • 16 Megapixel Bilder brauchen Zeit wenn man einige Filter drüber rechnen lässt….Zeit genug für einen Kaffee, den Hund oder Gangnamstyle auf dem PC-Sessel. 😉
Ich bedanke mich für euer Verständnis und hoffe, dass ich euch ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg geben konnte.
Martin